Das Bernsteinzimmer



Die Geschichte des Bernsteinzimmers

Die Griechen glaubten, daß der Bernstein ein versteinerter Sonnenstrahl sei. Stellt man sich einen Saal, dessen Wände zur Gänze mit Bernstein bedeckt sind vor, so ist es nicht verwunderlich, daß das Bernsteinzimmer in Zarskoje Sjelo als Achtes Weltwunder bezeichnet wurde. Der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. hat im Jahre 1717 das Bernsteinzimmer, Das Bernsteinzimmerdas Zar Peter I. anläßlich seines Besuches in Berlin im Schloß Scharlottenburg bewunderte, dem Zar zum Geschenk gemacht. Die Bernsteintafeln wurden im Winterpalast in St. Petersburg eingebaut. Später im Jahre 1755 gab die Zarin Elisabeth ihrem Architekt und Baumeister Francesco Rastrelli den Befehl das Bernsteinzimmer in den Katharinenpalast in Zarskoje Sjelo zu verlegen welcher auch die langjährige Heimat des Bernsteinzimmers blieb und die Lieblingssommerresidenz der Zarin Katharina der Großen war. Die Bernsteintafeln wurden von sechsundsiebzig Gardisten innerhalb einer Woche von St. Petersburg nach Zarskoje Sjelo getragen. Da für den einhundert Quadratmeter großen Saal in Zarskoje Sjelo die vorhandenen Bernsteintafeln nicht ausreichten, wurden diese von Rastrelli mit Spiegeln,Die Spiegel in den Bernsteintafeln die die Wirkung und Leuchtkraft des Bernsteins zusammen mit Wandleuchten erhöhten, ergänzt. Im oberen Teil wurden gemalte Bernsteinimitationen angebracht.

Während des Zweiten Weltkrieges hat die Deutsche Wehrmacht das Bernsteinzimmer demontiert und nach Königsberg verbracht, wo es von Alfred Rode, dem Direktor des Kunstmuseums, im Königsberger Schloß eingebaut wurde. Dort wurde es letztmalig gegen Ende 1944 gesehen. Von diesem Zeitpunkt an beginnt das Geheimnis um das Bernsteinzimmer. Es gibt einige Versionen und Spekulationen über den Verbleib; verbrannt im Königsberger Schloß (Bernstein bedeutet brennender Stein, besteht er doch aus Harzen), nach Deutschland transportiert, auf Befehl Hitlers irgendwo in Schloßkellern, Bunkern oder Bergwerken gelagert oder auch mit einem Schiff in der Ostsee versunken. Die Geheimnisse um den Verbleib des Bernsteinzimmers begeistern seither viele Schatzsucher, und es wäre kein kleiner Fund, denn der Wert des Bernsteinzimmers wurde auf 142 Millionen US Dollar geschätzt.Bernsteinverzierungen Im Bernsteinzimmer befanden sich auch noch vier Florentiner Mosaiksteinbilder, die Kaiser Franz Stefan von Lothringen anfertigen hat lassen und die sein Sohn Kaiser Josef II. der Zarin Katharina II. anläßlich seines Besuches im Jahre 1787 auf der Krim, zum Geschenk machte. Die Mosaiksteinbilder stellen Allegorien der fünf Sinne, Sehen, Riechen, Fühlen, Hören und Geschmack, dar. Zwei der Mosaiksteinbilder (Sehen, Riechen und Fühlen) sind schon zur Gänze wiederhergestellt.




Wiederherstellung des Bernsteinzimmers durch die Bernsteinzimmerwerkstatt in Zarskoje Sjelo

Erhalten gebliebene Fotos und Archivunterlagen erleichtern es den rund 40 Kunstexperten, die kaum handtellergroßen Bernsteinplättchen in Form und Färbung dem Vorbild exakt anzupassen, filigrane Ornamente zu schnitzen und so das legendäre Kunstwerk wie ein Riesenpuzzle aus mehr als einer halben Million Bernsteinen neu zu erschaffen. Die WerkstattLohn der akribischen Arbeit: Das 1997 in Bremen wieder aufgetauchte Original des florentinischen Steinmosaiks "Riechen und Fühlen" von 1787 unterscheidet sich nur minimal von der Replik der russischen Restaurateure. Mit einem nach alten Rezepten der Meister des 18. Jahrhunderts gebrauten Kleber aus Harz und Leim wird jedes individuell geschaffene und kolorierte Bernsteinblättchen auf den speziell bearbeiteten Holzpaneelen befestigt. Die Bernsteintäfelung reicht bis zur Decke, darüber prangen barocke Gemälde und vergoldete Schnitzereien. Bei aller Sorgfalt arbeitet das Team zügig. Denn das wissenschaftlich wie künstlerisch ehrgeizige Projekt soll zum 300. Geburtstag von St. Petersburg 2003 vollendet sein.Herstellung einer Tafel Trotz des enormen Zeitdruckes konnte sich die Bernsteinwerkstatt aus Zarskoje Sjelo leisten uns auf unserer Herbstbörse 2001 in Wien einen Besuch abzustatten um uns die Restaurationstechniken des "Achten Weltwunders" näher zu bringen und uns die einmalige Gelegenheit zu bieten einen Teil dieses Schatzes in Wien zu bewundern!